Besuch in Łódź 2015
Mittlerweile schon zur Tradition geworden ist die jährliche Visite in Łódź. Bevor es auch 2016 wieder losgeht, gibt es hier zunächst den Bericht aus dem letzten Jahr.

Inhalt

  Kilińskiego
  Warszawska
  Wojska Polskiego
  Plac Niepodległości
  Legionów
  Lutomiersk
  Zgierz
  Dąbrowskiego/Krzywa
  Piotrkowska/Żwirki
  Piotrkowska/Lodowa
  Przybyszewskiego/Niciarniana
  Zielona/Kościuszki
  Narutowicza/Kilińskiego
  Pabiańcka/Jana Pawła II
  Spurensuche

Kilińskiego

Für gut zwei Jahre war die ulica Kilińskiego fast ausschließlich in der Hand der ex Bielefelder M8C. Hier wurden aufgrund großer Bauvorhaben Zweirichtungsfahrzeuge benötigt, welche als Linie Z1 bezeichnet einen Pendelverkehr zwischen der Endstation Dworzec Chojny und der ulica Tuwima (bzw. zum Schluß nur noch bis zur ulica Orla) aufrechterhielten. Mit Fahrplanwechsel am 30.10.2015 war damit Schluß.

An der Haltestelle Kilińskiego/Dąbrowskiego nimmt der M8C 523 hier gleich die Fahrgäste in Richtung Orla auf.


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An der Haltestelle Kilińskiego/Fabryczna war zum Zeitpunkt unseres Besuchs eine Kletterweiche verbaut. Ab hier fuhren die Wagen dann eingleisig zu ihrer nur wenige Meter nördlich gelegenen, provisorischen Endstelle Orla. Hier sehen wir die Wagen 533 und 534 auf eben diesem Gleiswechsel.


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Zum Schluß verkehrte die Linie Z1 nur noch bis zur Haltestelle Kilińskiego/Orla, da auf dem restlichen Abschnitt bereits die Gleissanierungen begonnen hatten. Hier wartet der M8C 523 auf seine Rückfahrt in Richtung Dworzec Chiojny.


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Warszawska

Endstelle der Linie 3 ist die Schleife Warszwaska/Wycieczkowa. Hier sehen wir, wie der modernisierte Konstalzug 1806 + 1807 zunächst am Einstieg pausiert und sodann durch die Schleife seine Fahrt in Richtung Lodowa aufnimmt.


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Einige Meter weiter erreicht der Zug 1576 + 1577 gleich die Endstelle Wycieczkowa.


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An der Ecke Warszawska/Tęczowa kreuzt die Eisenbahnstrecke Łódź Widzew - Zgierz die Linie 3. Die Straßenbahnen unterqueren den Bahndamm über eine Gleisverschlingung.


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Wojska Polskiego

Die Linien 5 und 6 finden ihre nord-östliche Endstation an der Wojska Polskiego/Strykowska. Aus der dortigen Schleife kommt hier gerade der Konstal-Zug 2525 + 2526, um zur Gegenendstelle Kurczaki im Süden der Stadt aufzubrechen.


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Entlang der Wojska Polskiego bahnen sich die Wagen der Linien 5 und 6 ihren Weg zu ihren unterschiedlichen Zielen. Hier versuchen noch ein paar Fahrgäste den bereits abfahrbereiten Zug 2639 + 2640 an der Haltestelle Marynarska zu erwischen.


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Der Konstal-Zug 1460 + 1461 hat gerade die Haltestelle Marynarska verlassen und folgt nun dem Verlauf der Linie 5 nach Chochoła. Bei der 5 handelt es sich um eine Tangentiallinie, welche nicht durch das Stadtzentrum fährt.


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Plac Niepodległości

Da eine der Hauptschlagadern der Stadt, die aleja Piłsudskiego, eine der am längsten wegen Sanierung geschlossenen Strecken war, gab es für einzelne Linien zum Teil große Umwege. Dieser Zug der Linie 1 kommt am Plac Niepodległości allerdings als Ausrücker vom Betriebshof Chocianowice.


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Legionów

Die ulica Legionów ist eine Straße mit einer der für die Stadt typischen Häuserschluchten. Man sieht der Straße seine Geschichte buchstäblich an, betrachte man allein die unterschiedlichen Namen, welche sie einstmals trug.

Sie beginnt am Plac Wolności, dem die hier zu sehende Kreuzung Legionów/Zachodnia nicht weit entfernt ist. Der Bombardier Cityrunner Nr. 1205 überquert diese als Linie 15 in Richtung Plac Wolności. Diese Fahrzeuge waren mit Auslieferung im Jahre 2002 die ersten Niederflurstraßenbahnen in Łódź.


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Durchgängig wird die Legionów nur von den Überlandlinien 43 und 46 befahren. Während die 46 immerhin alle 20 Minuten zwischen den hohen, dunklen Häusern hindurchfährt, lassen sich die Wagen der Linie 43 lediglich stündlich blicken. An der Ecke Legionów/Gdańska "erklimmt" der ehemalige Mannheimer GT8N 506 die in der Tat nur leichte Steigung der Straße in Richtung Plac Wolności. Links erkennt man den Abzweig, auf der die Linie 15 die Legionów bereits wieder verlässt.


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Entgegengesetzt kommt uns hier an der selben Kreuzung der ex Bielefelder GT6 Nr. 1075 entgegen. Dieses Fahrzeug fand über Innsbruck seinen Weg nach Polen. Er trug bei uns die Nummer 813 und war ein GT8; in Innsbruck wurde sein C-Teil in den ex Hagener DÜWAG-Zweirichter 84 eingebaut. Da dieser Wagen ebenso nach Łódź abgegeben wurde, haben Triebwagen und Mittelteil weiterhin die selbe Heimat, wenn auch nicht mehr in einer Einheit.


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Auf der Linie 46 sind die ehemaligen Mannheimer GT8N (neben einigen M6S der BOGESTRA) die Stammfahrzeuge. Gelegentlich werden sie durch Konstal 805N ergänzt oder ersetzt. Grundsätzlich aber sollen die DÜWAG-Achtachser mit ihrem niederflurigen Mittelteil den Komfort auf dieser längsten Straßenbahnlinie Europas etwas steigern. Hier sehen wir den Wagen 511 zwischen den Haltestellen Gdańska und Cmentarna im Richtung Zdrowie fahren.


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Der GT8N Nr. 506 erreicht, während er den Abzweig zur ul. Cmentarna passiert, in wenigen Sekunden die Haltestelle Legionów/Cmentarna.

Im zweiten Bild kommt - in entgegengesetzter Blickrichtung - ein modernisierter Konstal-Zug aus der ul. Cmentarna und biegt auf die Legionów ein. Zu diesem Zeitpunkt fuhr hier die Linie 4 statt der Linie 7. Und: Nein, dieser Zug wirbt nicht für einen vermeintlich bekannten Schokoladenproduzenten ;-)


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Mit den Fotos der beiden ex Mannheimer GT8N Nr. 513 und (1)522 sind wir nun am Ende der Legionów angekommen. Hier sehen wir die Wagen an der Haltestelle Legionów/Włókniarzy. Die vorangestellte "1" beim Wagen 1522 läßt den Wissenden erkennen, daß es sich hier um einen aus Helsinki importierten Wagen handelt. Denn diese bekamen nach Lieferung die Nummer ihres Heimatdepots Telefoniczna zugeordnet. Alle direkt aus Mannheim übernommennen Wagen tragen weiterhin ihre originale dreistellige Nummer. Ferner trägt der 1522 noch seine ursprüngliche finnische Vollwerbung.


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Lutomiersk

Eine stattliche Länge hat die Linie 43, welche stündlich zwischen Telefoniczna und Lutomiersk verkehrt. Nach einer etwa zehnminütigen Pause begibt sich der hier zu sehende ex Ludwigshafener GT6 mit der Nummer 1072 schon wieder von seiner Endstelle Lutomiersk Plac Jana Pawła II (Platz Johannes Paul des Zweiten) auf den Weg in Richtung Łódź.


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Den selben Wagen sehen wir hier auf der Überlandstraße Lutomierska zwischen den Haltestellen Mirosławice und Ignaczew in Richtung Konstantynów und Łódź fahren.


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Zgierz

Wir bleiben auf den Außenstrecken, wenn wir hier auch nicht wikrlich im Ortskern von Zgierz waren. Dennoch hat man mit der Fahrt der Linie 16 bis Ziegrz, Plac Kilińskiego, die Stadt Łódź verlassen. Bereits ca. 1 km vor dem eigentlichen Ort zweigt diese Stichstrecke nach rechts ab und bedient ein kleines Viertel der Kleinstadt. Früher trugen die Straßenbahnen auf dieser Strecke ebenfalls eine Überlandliniennummer, hier war es die 45.

Der Zug 1509 + 1510 verlässt die Schleife Ziegrz, Plac Kilińskiego.


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Eine Haltestelle weiter, an der 1-go Maja/3-go Maja, hält gerade der Zug 2025 + 2026.


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Wir sind wieder eine Haltestelle weiter und damit auch schon am Abzweig, wo sich die Linien 16 und 46 trennen. Die Haltestelle trägt den Namen Łódzka/Kurka.

Wir sehen eine Begegnung zwischen dem modernisierten Konstal-Wagen 1559 und dem ex Mannheimer GT8N Nr. 513. Sie kommen aus bzw. fahren in Rchtung des Ortskerns von Zgierz; der Kirchturm rechts im Bild markiert das Zentrum des Ortes.

Der GT8N 513 hat von hier aus noch einen nicht unerheblichen Fahrtweg nach Ozorków vor sich. Aber auch Wagen 1559 ist bis Zdrowie noch eine ganze Weile unterwegs.


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Aus Richtung Ziegrz, Plac Kilińskiego, biegt der Zug 2027 + 2028 an der gleichen Stelle auf die ul. Łódzka ein. Auch er braucht bis zur ul. Kurczaki im Süden der Stadt noch einige Zeit.


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Mit dem Wagen 301 (DÜWAG M6S) trifft hier der im Jahre 1976 als erster an die Bochum Gelsenkirchener Straßenbahn AG ausgelieferte M-Wagen auf seinen Artgenossen 324. Auch diese Fahrzeuge tragen in Łódź noch ihre orginalen Wagennummern.


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Dąbrowskiego/Krzywa

Ein kleiner Schnappschuß von der Ecke Dąbrowskiego/Krzywa mit dem Zug 2307 + 2308, als Linie 14 aus Richtung Dąbrowa kommend.


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Piotrkowska/Żwirki

Nicht unwichtig erschienen uns diese Aufnahmen vom Abzweig Piotrkowska/Żwirki. Hier existierte bereits die Weiche, welche mittlerweile die Straßenbahnen direkt zur neuen zentralen Haltestelle "Centrum/Piotrkowska" leitet. Zum Zeitpunkt unseres Besuchs jedoch fuhren die Bahnen noch durch die ul. Żwirki; praktisch so etwas wie eine jahrzehntelange Umleitung.

Die Gleise in der ul. Żwirki bleiben als innerstädtische, häuserumfahrende Wendeschleife weiterhin bestehen.

Zur linken sehen wir den PESA 122N Nr. 1856, wie er aus Richtung des Plac Niepodległości kommend in die ul. Żwirki einbiegt. Heute fahren die Straßenbahnen aus dieser Richtung geradeaus weiter. Im zweiten Bild steht der Zug 2328 + 2329 in der ul. Żwirki und wartet auf Signal F1, um in die ul. Piotrkowska abbiegen zu dürfen. Rechts zu sehen ist die Situation aus der ul. Piotrkowska. Die Wagen kommen bzw. fahren in die ul. Żwirki; heute geht es gerausaus direkt zur neuen Zentralhaltestelle "Centrum/Piotrkowska".


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Lodowa

Da die Strecke nach Augustów während unserer Besuchszeit wegen der dortigen Grundsanierung sowie des Baus der Streckenerweiterung nach Olechów komplett für den Schienenverkehr gesperrt war, wurde die Linie 3 auf die sonst nur als temporäre Endschleife Lodowa zurückgezogen.

Aus diesem Grund konnten die folgenden Fotos entstehen, welche verschiedene Konstal-Züge in dieser Schleife zeigen. Von links nach rechts sehen wir in der Reihenfolge den Ausstieg, Fahrten durch die Schleife und das Vorrücken zum Einstieg.


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Przybyszewskiego/Niciarniana

Nur geringfügig entfernt von der Schleife Lodowa befindet sich die Haltestelle Przybyszewskiego/Niciarniana. Sie liegt direkt auf einer Brücke über der Eisenbahnstrecke Łódź Dąbrowa - Łódź Widzew. Links verlässt ein Konstal-Zug die Haltestelle in Richtung Stadtmitte, rechts hat der Vollwerbezug 1713 + 1714 seine vorletzte Haltestelle fast erreicht, nachdem er die Rampe nahezu gepackt hat.


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Zielona/Kościuszki

Die Kreuzung Zielona/Kościuszki loht sich sowohl aus Sicht des regen Straßenbahnverkehrs als auch aus optischen Gründen. Es gibt schöne, sanierte Gebäude als auch noch renovierungsbedürftige Häuser, welche natürlich aus fotohistorischen Aspekten nicht ausgelassen werden sollten.

Wir hatten bei unserem Besuch sogar das Glück, daß die Linie 1 an dieser Stelle den Abzweig von der ul. Kościuszki in die ul. Zielona benutzte; dies wiederum aufgrund der Sperrung ihrer Stammstrecke durch die ulica Kilińskiego.


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Narutowica/Kilińskiego

Diese Kreuzung hat ebenso etwas zu bieten. Nicht nur, daß hier der neue unterirdische "Hauptbahnhof" Łódź Fabryczna gebaut wird, welcher im Jahre 2017 fertiggestellt sein soll, hier gibt es auch das legendäre Hotel "Polonia Palast", und gerade auf der anderen Straßenseite wurde das im Stile der 60er Jahre Hochhäuser daherkommende "Hotel Centrum" wenige Tage vor unserem Besuch abgerissen - es soll ein Neubau entstehen und eine neue Straßenbahnschleife zum künftigen Bahnhof wird gebaut.

Wir sehen folgende Züge: 2374 + 2375 aus Richtung Innenstadt kommend mit Halt an der Kilińskiego/Narutowicza, 1286 + 1287, welcher gleich nach Überquerung der Kreuzung die selbe Haltestelle in entgegengesetzer Richtung erreichen wird (im Hintergrund die polnisch-orthodoxe Alexander-Newski-Kathedrale), und 1329 + 1330, der ebenso diese Haltestelle in Richtung Innenstadt erreicht - wieder im Hintergrund das Hotel "Polonia Palast".


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Pabiańcka/Jana Pawła II

Im linken Bild sehen wir den ex Bielefelder M8C 529, welcher dort auf einer Testfahrt zu seinem Depot Chocianowice zurückkehrt. Er drehte zuvor eine "Ehrenrunde" um den Rodno Lotników Lwowskich, einen Haltestellenabstand von hier entfernt.

Rechts haben wir die von grundauf modernisierte Konstal-Traktion 1601 + 1605 vor Augen. Hier fällt auf, daß bei dieser Modernisierungsvariante das Seitenfenster der Fahrerkabine nur schmal ausgeführt wurde.

An dieser Stelle befand sich noch vor wenigen Jahren eine normale Straßenkreuzung, heute ist es eine Stadtautobahn, welche hier unter der ul. Pabiańcka kreuzt; sie trägt keinen geringeren Namen als den des verstorbenen Papstes Johannes Paul II.


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Spurensuche

Dieses Mal haben wir uns nicht nur dem aktiven Straßenbahnbetrieb gewidmet, sondern auch der Historie. Ein befreundeter Straßenbahner hat uns zu einem Ort geführt, an dem einmal eine Straßenbahnschleife existierte, und die Strecke von hier aus sogar noch weit bis ins Überland führte.

Diese Strecke zweigte von der Trasse der heutigen Linien in Richtung Chocianowice und Pabianice ab. Denn an der Haltestelle Pabiańcka/Rudzka ging es für die damalige Linie 18 nach links in die ulica Rudzka, welche zur Schleife Rudzka/Popioły führte. Früher fuhren hierüber sogar noch Straßenbahnen bis in die weiter entfernten Vororte Rzgów und Tuszyn.

Links sehen wir die Einfahrt in die damalige Schleife. Die Bahn würde nun von der ul. Rudzka auf uns zukommen. Interessant ist, daß die Bewohner des rechts zu sehenden Hauses beim Öffnen der Tür aufpassen mussten, daß sie nicht von einer Straßenbahn touchiert wurden.

Im zweiten Bild ist der damalige Pausenstand der Straßenbahn in der ul. Rodzinna zu sehen, welcher sich rechts neben der Fahrbahn im Bereich der Büsche befand.

Die Ausfahrt erfolgte über das Eck Rodzinna/Popioły, welchen Bereich wir im dritten Foto sehen. Das vierte Bild zeigt den ehemaligen Einstiegsbereich in der ul. Popioły. Man erkennt sogar mit etwas Mühe noch den Verlauf der Gleise über die Straße.

Das Straßenschild im Bild 5 soll den Abschluß bilden; vielleicht geht man zukünftig noch mehr auf die Historie der ehemaligen Strecken der Straßenbahn in Łódź ein.


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Fotonachweis

(2) = Matthias Gehrmann

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